Sonntag, 27. Oktober 2013

Material sammeln für Bildbearbeitung

Ja, diesmal ging es wirklich nur um die Sammlung von Rohmaterial für die Bildbearbeitung. Nicht Qualität stand im Vordergrund, sondern Video Aufnahmen und Bild Sequenzen, um Aufnahme, Stacking und Schärfen zu testen. Dementsprechend wurde mal quer durch die Gegend gefilmt, was das Zeug hilt. Astrophotografie mit dem Zenitspiegel, Bequemlichkeit siegt.

Nebenbei traten auch diverse Kleinigkeiten auf, Adapter passten nicht zusammen und manchmal war es auch nicht so einfach, das Objekt zu finden. Mit dem 510mm RC wurde bei voller Brennweite gefilmt, die IMG0H Kamera hat mit 5.6um gerade mal 0.28 Bogensekunden pro Pixel, also 2.2 * 3.0 Bogenminuten Bildfeld. Passt gar nicht zu dem bescheidenen Seeing, aber darum geht es im Moment nicht. Für Deep Sky wäre ein Reducer hilfreich, an Mond und Planeten sollte die Brennweite ja passen, nur die Bedingungen nicht.  Für Mond und Planeten hätte ich den IR Sperrfilter nehmen sollen, aber der liegt zu Hause.

Vorerst geplant waren M57 (Planetarischer Nebel), ein Doppelstern, eventuell eine Galaxie und als Abschluss Jupiter und Mond. Aber ich bin nach dem Besuch bei Dave erst um 23:30 auf die Sternwarte gekommen, da war es für M57 und Epsilon Lyrae schon zu spät. Sie waren schon zu tief und sind hinter dem Wald verschwunden. Da hab ich halt umdisponieren müssen.

Instrumente:


51cm Ritchey-Chretien Spiegelteleskop f/8.1, f=4130mm
Kamera Astrolumina IMG0H monochrom 640*480  Pixel
ohne Filter

Objekte:


Alpha Gemini (Doppelstern), M76 (kleiner Hantelnebel), M32 (Galaxienkern, Begleiter von M31), M31(Andromedagalaxie), Jupiter, Mond. Zwischendurch sind die Objekte hinter Wolken verschwunden, nach 5 Stunden hab ich dann aufgegeben, da war der Himmel fast zu.

Adapterprobleme


Gleich am Anfang haben einige Kleinigkeiten genervt: Der 2" Anschluss der Astrolumina Kamera ist zu kurz für die Baader Quicklock Klemmen, hat auch kein 2" Gewinde, daher kann ich nicht verlängern. Da letzte Mal im Newton hat es gut funktioniert hinter der 2"Verlängerung. Aber jetzt will ich am Zenitspiegel Kamera und Okular tauschen können. Der T2 Adapter ist nicht einsatzfähig, da klemmt das Gewinde. Muss ihn wohl an TS zurückschicken. Also Reduktion auf 1.25" und C-Mount auf 1.25" versucht. Wieder nicht das Gelbe vom Ei:  es bleiben ca. 5mm um das C-Mount Gewinde herum, die kleiner sind als 1.25". Und gerade da will der Klemmring drücken. Also Kamera nicht bis zum Anschlag drinnen, wackelt ein wenig, aber für den Zweck reicht es. Ich werde mir wohl einen kurzen T2 Adapter kaufen müssen, und dann eine Adaption für Filter. Bei dem kleinen Bildfeld wäre ein Klappspiegel nicht zu verachten, muss mal sehen was möglich ist. Zusammen mit dem Filterrad wäre das eine gute Kombination.

M76, kleiner Hantelnebel


Ich möchte so etwas wie lucky Imaging versuchen an planetarischen Nebeln. Also mit kurzer Belichtungseit aufnehmen, zumindest einen Stern im Gesichtsfeld für Qualitätsbeurteilung und Alignment, und dann ein langes Video stacken, um auch vom Nebel was zu sehen.

Am Fernrohr geht manches schief, das man vorher nicht erwartet. Bei kurzen Belichtungszeiten und 8bit funktioniert EzCap ganz gut, bei längerer Belichtung und 14 bit SER Video zeigt es komische Aufhellungen auf einer Seite des Chips. Schaut aus wie Verstärkerglühen, jedenfalls nicht brauchbar für den planetarischen Nebel. SharpCap ist mir mehrfach abgestürzt, das muss ich noch im Trockenen testen.

Fürs Erste hab ich dann mit CCDCap einige FIT Sequenzen bei Belichtungszeiten von 1 bis 60 Sekunden aufgenommen. Dafür reicht allerdings die Nachführung nicht aus, ab 5 sec sind die Striche schon recht lang. Unter 1 sec war vom Nebel nichts da, und die Sterne vermutlich zu schwach füs Alignment.

Am Anfang war vom Nebel gar nichts zu sehen. Auch im TEC Apo hab ich ihn nicht gesehen, war wohl nicht ausreichend adaptiert. Nach Histogram Strech war bei 5 sec im Preview wenigstens der gesamte Nebel sichtbar, damit konnte ich den Chip an der Hantel ausrichten. Dann zurück zu einem Stern, Schärfe nach Gefühl eingestellt. Bei der Brennweite hab ich mit der Einstelluntertützung durch FHWM nichts gewonnen. Die Werte hüpfen so um die 6-7 Pixel herum, ich kann im Kopf kaum mitteln und der schwache Stern neben dem Nebel gibt auch nur wenig Signal her.

Am Ende hab ich Aufnahmesequenzen programmiert mit 1, 5 und 60 sec, jeweils 10min total. Ein paar Aufnahmen existieren dann noch mit 20sec. Die Auswertung wird sicher lustig, im Moment ist mir der Weg zum Bild noch nicht so ganz klar.

M32 und M31


Als nächstes wurde M32 aufs Korn genommen. Nach Goto war mal gar nichts im Bild. Aber knapp neben dem Chip war der Kern und hat dann bei 5 sec das Bild zumindest einseitig aufgehellt. Also eingestellt, und dann ein prüfender Bilck in den Refraktor: da ist ausser dem Kern von M32 nichts Helles in der Gegend. Soll also passen, und die Aufnahmen können beginnen. Diesmal mit 1,5 und 25sec, darüber ist bereits zu viel ausgebrannt, der Kern ist doch sehr hell. Da sollte Stacken wie beim Planeten funktionieren, also am Helligekeits Schwerpunkt ausgerichtet.

Dann noch schnell M31 eingestellt, das ist ja nur Fingerübung. Nochmal die selbe Sequenz abgefahren, der Kern ist viel größer und nicht so scharf. Hier wird das Stacken sicher Probleme mit dem Alignment haben, falls ich nicht Hintergrundsterne detektieren kann.

Jupiter


Scharfstellen am Planeten hat überhaupt nicht funtioniert. Belichtungszeiten von 1 bis 8ms reichen, die Bänder flackern auf und verschwinden wieder. Das Seeing ist bescheiden, bin neugierig, was daraus wird. Jedenfalls ein echter Test für die Bildverarbeitung. Eigentlich hätte ich bei den Bedingungen den Apo genommen, aber das ist keine Option, schlechtes Material ist immer ein guter Test.

Mond


Hier hab ich versucht, mit der Kantenerkennung den Fokus nachzustellen. Funktioniert an Terminator und Mondrand ganz gut, aber auch nicht besser als am Stern. Fokus ist jedenfalls total weich, typisch Übervergrösserung. Ist nur mehr ein Test. Belichtungszeit am Terminator bis 4ms, am hellen Rand 1ms. Eine Einstellung von 1.5ms wäre schön, hat aber in EZPlanetary nicht funktioniert. Da gehen nur volle ms, darunter scheinen volle us möglich, etwa 900us. Da muss ich weiter testen, 1:2 ist schon sehr grob bei 8bit. Ausbrennen ist tödlich für die Nachbearbeitung, also halt die kleinere Belichtungszeit gewählt.

Schluss !


Nach 5 Stunden und 1.5l Eistee hab ich die Sitzung abgebrochen. Der Himmel ist Mondhell, Seeing schlecht, die Wolkenlücken sind recht klein. Und Material im Kasten, das sicher für eine Woche reicht, eher einen Monat, wenn ich wirklich für alles einen Workflow zusammenstellen will. Für die Mondaufnahmen läuft bereits die Auswertung, da scheint AviStack für das Stacken und Registax für die Wavelet Schärfung gut zu funktionieren. Doch beim Rest hab ich noch grosse Probleme. Immerhin hab ich diesmal die Winterkleidung an, es ist nicht wirklich kalt, aber ohne Bewegung reicht es auch so.

Arnold


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