Sonntag, 17. August 2014

Erster H alfa Versuch

Oder: was so alles schief laufen kann


Das Wetter ist ausnahmsweise brauchbar, nach dem Schlechtwetter der letzten Tage war Sonnteg nachmittag wieder mal Astronomie angesagt. Schnell Alles in den Koffer gelegt, ab zu Pepi Gschiel und mit ihm weiter auf die Sternwarte. Alles im Koffer? Leider nein, aber davon später mehr.

Test Okularauszug für Newton


Da der Okularauszug für den Newton bereits eingetroffen ist, wurde der Umbau vorbereitet. Die TS (GSO) Basis hat natürlich eine andere Ringschwalbe wie der neue Okto 60 Auszug (Syntha bzw. Skywatcher Basis). Nur 2mm kleiner im Durchmesser, aber es passt halt nicht. Immerhin passt das Loch für das Auszugrohr, es müssen nur die Befestigungslöcher neu gebohrt werden. Eventuell noch eine Zwischenlage, Rohrschelle (280mm innen) oder ein Frästeil dazwischen, weil das Blech halt arg dünn ist. Laut Forenberichten liegt dort das größte mechanische Problem bei der Verkippung zwischen Kamera und Leitrohr.

Bino am Skywatcher 100/900:


Da ich zu Hause gerne die Sonne mit dem Bino am Skywatcher ED 100/900 beobachte, ein kurzer Versuch auf der Sternwarte. Leider Fehlanzeige, mit meiner Baader Click Lock Klemme dem Herschelkeil komme ich hier nicht in den Fokus. Da scheinen die beiden Geräte etwas unterschiedlichen Backfokus zu haben.

Ist auch kein Beinbruch. Mit dem TEC APO funktioniert es ja gut, dort muß ich nur eine Blende besorgen, etwa 120mm freie Öffnung. Das Prisma wird sonst recht heiß, obwohl Baader es bis 200mm empfiehlt.

In der Zwischenzeit sind 3 Spaziergänger vorübergekommen, die durften auch kurz durch das Teleskop schauen.

Was echt fehlt, ist ein Sonnenschirm am Fernrohr. Wir haben mit einem Karton improvisiert. Ein Sonnensucher wäre auch nicht ganz falsch, je einfacher desto besser.

H alfa Filter


Gemeinsam haben wir dann den H alfa Filter aufgebaut, zuerst mit der kurzen Telezentrik und ohne Abblenden des ERF Filters. Da war das Bild sehr bescheiden, eigentlich eher Rot- als Halfa Filter. Nur ganz am Rand war eine Protuberanz sichtbar, der Rest reichlich kontrastarm.

Mit der eingeschraubten Blende war es dann deutlich besser, es zeigten sich auch ansatzweise Strukturen auf der Sonnenoberfläche. Auf einer Seite des Bildfeldes war die Filterwirkung passabel, der Rest war immer noch mäßig. Immerhin die Protuberanzen deutlich besser, und schöne Details bei einem Sonnenfleck. Doch wie gesagt, nur in einem kleinen Teil des Bildfelds.



Mit der langen Telezentrik waren dann die Details besser erkennbar, aber die Filterwirkung ist weiterhin nur in einem Teil des Bildfeldes ausreichend. Wir haben aber keinen Versuch unternommen, mit geänderter Temperatur die Wellenlänge zu schieben. Da muss ich mal Gert fragen, was das sein kann.


Weitere Pannen:


Ein Griff in die Tasche: Leider die falsche Kamera mitgenommen, die andere ohne Filter liegt daheim im Schrank. Nun ja, für einen Probegalopp muß es auch ohne Astroumbau reichen, werden halt die Belichtungszeiten viel länger. Mit 1/200 bis 1/500 sec und ISO 1600 hat es einigermassen geklappt.

Mit dem T2 Adapter wurde dann die Canon Kamera aufgebaut. Leider ist das Suchergehäuse mit dem Filter Gehäuse zusammengestossen. Da wäre eine 5mm T2 Verlängerung oder noch besser ein Rotationsadapter hilfreich. Als Notlösung wurde das Gewinde ein wenig geöffnet, damit konnte die Kamera verdreht am Filter befestigt werden.

Ja und dann sollte die Verbindung zum Computer hergestellt werden. Also USB Kabel raus, am Computer eingesteckt, auf die Leiter und:  Oh weh! Leider hat sich das falsche Kabel in die Tasche verirrt, Standard Anschluss für die Astrokamera, die Canon hat Mini USB.

Also nichts mit Computerunterstützung beim Fokussieren und Auslösen. Da ich in der letzten Zeit nie ohne Computer fotografiert habe, finde ich nicht mal die einfachsten Dinge im Menü.

Beim Fokussieren ist es auch nicht so einfach. Ohne Microfokus, etwas geblendet am Kameradisplay! Wenn ich vergleiche, was ich gesehen habe und was am Foto erscheint, dürfte da auch ein Grund für die schwachen Bilder liegen. Noch dazu ohne Fernauslöser, direkt am Teleskop abgedrückt. Jedes zweite Bild kräftig verwackelt, die anderen etwas weniger. Nie wieder das falsche Kabel mitnehmen!



Aber am Ende sind zumindest ein paar Aufnahmen im Kasten, eher Erinnerungsfotos an Waterloo denn Astrofotos. Schwacher Kontrast, Newton Ringe, mächtig unscharf. Im Moment bin ich nicht zufrieden, da ist noch viel Verbesserungspotential.

Was mir im Moment noch nicht eingeht: bei zentrischem Aufbau müßten Newton Ringe und Vignettierung symmetrisch sein, also alle Bildecken gleich vignettiert und das Zentrum der Ringe in Bildfeldmitte. Muß mir die Theorie mal ansehen, eventuell kann man für die Fotos noch mit der Lage des Brennpunktes was machen, der ist ja für die Fotos deutlich nach hinten verschoben. Aber mit dem 2" Okular sollte es ähnlich aussehen.Daneben scheint die Brennweite ein wenig kurz zu sein, ich komme überschlagsmässig auf knapp 1600mm mit der 2x Telezentrik. Muss mal die Abstände genauer ansehen, bzw kontrollieren ob das Strahlenbüschel ausreichend telezentrisch ist.

Überlegungen zu Adaption und Okularauszug:
  • Baader Click Lock Klemme an den Auszug, könnte dort immer verbleiben.
  • Dafür 2" T2 Adaption an die Telezentrik statt der Ringschwalbe. Zusammen mit Click Lock ausreichend steif.
  • Eine Ringschwalbe hinter den Sonnenfilter, dann kann die Kamera verdreht werden ohne Kollision. 
  • Oder T2 Blech Distanzring, damit das Suchergehäuse an eine passende Stelle gedreht werden kann.
  • Eventuell überhaupt ein stärkerer Auszug, mit der Telezentrik ist der Skywatcher Auszug hoffnungslos überfordert. 
  • Mit weiter nach hinten gelegtem Auszug könnte ein Teil der Telezentrik im Auszug verschwinden. Wäre dann wegen kleinerem Hebel viel stabiler, aber nicht mehr für andere Aufgaben (Herschel Prisma, Video Astronomier) einsetzbar.
Beim Heimgehen hat dann der klare Fernblick und eine Nebensonne für all die kleinen Ärgernisse entschädigt.

CS, Arnold


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